Willkommen am Schwalmgymnasium: Menschen / Schulpartnerschaften / Englandfahrt
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Samstag, 19. Mai 2012

Die Englandfahrt der Jahrgangsstufe 7

Auf der Fähre vor der Küste Englands

Einmal jährlich findet die Englandfahrt der Siebtklässler statt, das Reiseziel ist das Küstenörtchen Whitstable (manchmal auch Herne Bay) in der Grafschaft Kent.

Reisetagebuch Oktober 2009

Hier werden die SG-Schüler in Gastfamilien untergebracht, die Anzahl der Schüler pro Gastfamilie variiert dabei von zwei bis vier Schüler. Obwohl immer der vorher festgelegte Wunschpartner mit in die Familie „einzieht“, merkt man den meisten Teilnehmern durchaus die Herausforderung an, wenn sie nach der Fährüberfahrt von Calais nach Dover das erste Mal am Busparkplatz in Herne Bay von „ihrer“ Familie abgeholt werden und sich dann nur noch auf sich selbst oder den Zimmergenossen verlassen können – wird das Green Line Englisch wohl reichen, um sich verständlich zu machen und die wichtigsten Bedürfnisse zu äußern? Und vor allem: Wie wird man wohl von der britischen Familie aufgenommen werden?

Die Tower Bridge in London

Diese Anspannung macht in aller Regel am nächsten Morgen einer gelösten Stimmung Platz, wenn sich nach und nach der deutsche Reisebus wieder mit den Klassenkameraden füllt und die unterschiedlichsten Erlebnisse ausgetauscht werden; einmal wurde man fürstlich empfangen und wusste überhaupt nicht, ob man zuerst das köstliche Essen oder das eigene Zimmer mit Playstation, Kabelfernsehen und DVD-Player genießen sollte, andere schwärmen von zahllosen sympathischen Haustieren, wieder andere, und das ist wohl die Mehrzahl der Teilnehmer, wissen vom eher gewöhnungsbedürftigen typisch englischen Essen oder einem britischen Wohnstandard zu berichten, der deutlich vom gewohnten deutschen abweicht…

Greenwich und der Nullmeridian - mit einem Fuß auf der linken, mit dem anderen Fuß auf der rechten Erdhalbkugel
London Eye

Greenwich und der Nullmeridian - mit einem Fuß auf der linken, mit dem anderen Fuß auf der rechten Erdhalbkugel
London Eye

Die Aktivitäten, die in der Gruppe unternommen werden, gefallen in der Regel den meisten Teilnehmern gut, wobei insbesondere bei der Strandwanderung und dem Besuch des Roman Fort in Richborough Durchhaltevermögen gefragt ist. Die Ausrüstung der Schüler und Schülerinnen, die oft aus dünnen Jäckchen und Chucks besteht, lässt den feinen Sand und den Küstenwind, in den sich gerne einmal ein Prise Regen mischt, zu einem hautnahen Erlebnis werden und manchmal sogar die Forderung nach einer Abkürzung laut werden. Dieses Anliegen entkräften die begleitenden Lehrer meistens jedoch mit dem Hinweis auf die natürliche Fönfrisur und einen sehr lebhaften Teint. Bezeichnenderweise sind es oft die gleichen Schülerinnen und Schüler, die in Canterbury nach dem geführten Stadtrundgang eine enorme Willenskraft und ein fantastisches Orientierungsvermögen an den Tag legen, wenn die Erforschung des Innenstadtlebens, insbesondere der örtlichen Fast Food Etablissements, ansteht. Das Whitstable Town Quiz wiederum lässt andere Schülertypen zu Höchstform auflaufen, fast allen jedoch gefällt die Exkursion nach London, die am Greenwich Royal Observatory beginnt, über eine Bootsfahrt auf der Themse zur Tower Bridge und Big Ben führt und allen meistens die Gelegenheit gibt, sich mit den berühmten „Bobbys“ fotografieren zu lassen. In Covent Garden besteht dann die Möglichkeit, in Kleingruppen einzukaufen und die nötigen Mitbringsel zu besorgen.

Ein weiterer Höhepunkt ist Dover mit folgenden Attraktionen: das Dover Castle, die Secret Wartime Tunnels (bis in die 90er Jahre geheime unterirdische Bunkeranlagen, die während des Zweiten Weltkrieges die Kommandozentrale des britischen Streitkräfte beherbergten und im Kalten Krieg atombombensicher ausgebaut wurden) sowie die berühmten White Cliffs of Dover.

Wenn dann nach vier Tagen Aufenthalt in England die Heimreise ansteht, erscheint einigen Teilnehmern diese Fahrt etwas zu kurz, aber nach der langen Heimfahrt im Bus sind in der Regel doch alle Teilnehmer froh, wenn sie wieder heimatlichen Boden betreten… Hoffentlich gelingt es uns noch recht lange, unseren Schülerinnen und Schülern diese interessanten Eindrücke zu ermöglichen!

Lars Friedrich

Die Englandfahrer 2009 vor dem Atomium (Brüssel)