Im Rahmen des Projektes „Klimabäume für Schwalmstadt“ steht die Arbeit der Umwelt-AG in diesem Schuljahr ganz im Zeichen der Pflanzen. In den letzten Wochen erkundeten wir große und ganz kleine Exemplare.
Der Garten-und Landschaftsbauer Johannes Heide führte uns über den Friedhof, wo viele verschiedene Baumgattungen vorzufinden sind, welche sich wiederum in Arten aufteilen. Wir lernten die Gattungen Ahorn, Birke, Linde und Esche anhand von Stämmen, Blättern oder Samen zu unterscheiden. Eine besondere Wuchsform bildet z.B. der Zwiesel, eine gleichmäßige Gabelung des Stammes. Wachsen die Äste hängend, bezeichnet man das als Pendulum. Zentral für unsere geplanten Baumpflanzungen war die Information, dass das Wurzelwerk der Bäume meist genau so viel Platz benötigt wie die Baumkrone. Aber auch Kurioses konnten wir erfahren, bspw. dass es Frühaufsteher-Bäume und Langschläfer gibt. Während ein Ahorn schon Knospen treibt, ist sein Artverwandter noch im Wintermodus. Der Experte warf auch einen professionellen Blick auf unsere auf dem Schulhof gepflanzte Eiche, die dank unserer Pflege gut wächst und gedeiht.
Nach den Osterferien richteten wir unser Augenmerk auf einen Mikrokosmos der Pflanzenwelt. Im Rahmen der Aktion „Krautschau“ des Senckenberg Museums führte uns Jörg Haafke vom Förderverein Kulturlandschaft Schwalm e.V. über den Schulhof und zeigte uns ganz neue Einblicke. Woran wir sonst achtlos vorbei- oder sogar darüberlaufen oder was wir als „Unkraut“ herausrupfen, entpuppte sich als faszinierender Teil der Botanik. Neben Löwenzahn, der zwischen den Steinfugen wächst, oder Brennnesseln, die noch stärker wachsen, wenn man sie ausreißt, entdeckten wir das plüschige Ferkelkraut oder das Fingerkraut, welches Erdbeerblättern ähnelt. Manche Wildkräuter kann man auch essen, wie Giersch oder Vogelmiere, viele werden schon seit langer Zeit als Heilkräuter verwendet.
Doch warum bezeichnen wir sie überhaupt als Unkräuter? Im Gespräch fanden wir heraus, dass es oft um die Nützlichkeit (für uns Menschen!) geht: Brauchen wir die Pflanze als Lebensmittel? Stört sie in unserem schönen Blumenbeet? Verdrängt sie andere Pflanzen wie die sogenannten Invasiven Arten, bspw. das Indische Springkraut? Jörg Haafke gab uns dazu folgenden Impuls: „Was für uns als Menschen nutzlos erscheint, kann z.B. für Bienen eine Nahrungsquelle darstellen oder Schädlinge von Pflanzen fernhalten; es kommt auf die Perspektive an! Und manche Invasive Arten verschwinden von selbst wieder, da braucht es manchmal einfach Geduld.“
Nützlich oder nicht, wer sich einfach mal hinunter bückt zu einem hauchfeinen Frühlingshungerblümchen, der wird auf jeden Fall mit einem tollen Anblick belohnt. Ein Sinn für das Kleine und Unscheinbare kann vollkommen neue Welten eröffnen!
Als nächstes nimmt die Umwelt-AG wieder größere Anpflanzungen in den Fokus, indem sie (einige) der„7000 Eichen“ des Künstlers Joseph Beuys in Kassel besichtigt - Inspirationsquelle für unsere „Klimabäume für Schwalmstadt“.














