Zwei Tage Physik einmal anders - Kompaktseminar an der Universität Kassel

    Zwei Tage raus aus dem Schulalltag und rein in echte Wissenschaft: Genau das hat Mothana Alkarraf, Schüler der Q2, in einem Physik-Kompaktseminar an der Universität Kassel auf Initiative von Lehrerin Susanne Dettmer erlebt. Die MINT-Beauftragte des Schwalmgymnasiums informiert regelmäßig über solche und ähnliche Angebote für Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen in den Fächern Physik, Mathematik, Geografie, Biologie, Chemie und Informatik und unterstützt bei der Organisation. 

    "Dass es sich lohnt, Veranstaltungen dieser Art wahrzunehmen, kann Mothana berichten. Unter dem Leitgedanken „Wissenschaft für die Zukunft – Technologie von morgen“ erhielt er, zusammen mit anderen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, vertiefte Einblicke in moderne physikalische Themen und einen realistischen Eindruck vom Studium. Rückblickend sagt er: "Solche Angebote sollte man unbedingt nutzen, egal ob es um Naturwissenschaften, Austauschprogramme oder andere Workshops geht." Hier geht es zu seinem Erfahrungsbericht...

    Schon zu Beginn wurde klar, dass es nicht nur um Theorie geht. In einem eigenen Experiment haben wir die Schallgeschwindigkeit gemessen, mit zwei Smartphones und der App Phyphox. Der Aufbau war einfach, aber genau das hat gezeigt, wie Physik praktisch funktioniert. Man rechnet nicht nur Formeln aus, sondern versteht, wie Messungen tatsächlich entstehen.

    Im weiteren Verlauf ging es um Laserphysik, Nanophysik und Quantenphysik. Besonders die Quantenphysik war für mich das spannendste Thema. Obwohl sie sehr komplex ist, wurde sie so erklärt, dass man sie wirklich nachvollziehen konnte. Das zeigt, dass auch schwierige Inhalte verständlich werden können, wenn sie gut vermittelt sind.

    Ein weiteres Highlight war der Besuch im Planetarium in der Orangerie Kassel. Dort wurde Physik aus einer ganz anderen Perspektive erlebbar, deutlich besser als im normalen Unterricht. Am meisten geprägt hat mich jedoch der Austausch. Ich habe nicht nur andere Schülerinnen und Schüler kennengelernt, sondern auch intensiv mit Physikerinnen und Physikern gesprochen. In einer offenen Gesprächsrunde konnte man alles fragen, zum Studium, zum Beruf und zu persönlichen Erfahrungen. Viele Gespräche gingen bis in den späten Abend, einfach weil es spannend war und Spaß gemacht hat. Teilweise habe ich dabei sogar Freundschaften geschlossen, die noch immer bestehen. Darüber bin ich wirklich sehr froh, denn solche Begegnungen bereichern das Seminar noch einmal auf eine ganz besondere Art. Genau dieser direkte Austausch hat mir zudem eine echte Orientierung gegeben.

    Besonders wichtig war für mich die Erkenntnis, dass ein Physikstudium zwei Seiten hat: eine theoretische und eine praktische. Je nach Interesse kann man später seinen Schwerpunkt setzen. Diese Einsicht hat mir geholfen, das Studium realistischer einzuschätzen zu können. Für mich persönlich hat das Seminar viel verändert. Ich habe gemerkt, dass mich das Thema wirklich interessiert und dass ich mir vorstellen kann, später in diese Richtung zu gehen. Genau das ist der größte Mehrwert solcher Angebote: Man bekommt nicht nur Wissen, sondern auch eine echte Entscheidungshilfe für die eigene Zukunft. Deshalb kann ich nur empfehlen, solche Möglichkeiten zu nutzen. Man lernt neue Leute kennen, sammelt Erfahrungen, bekommt Einblicke ins Studium und hat gleichzeitig Spaß dabei. Am Ende nimmt man mehr mit, als man erwartet."